
Wenn du nicht mehr kannst, mach langsamer!
Leistung wird von uns von klein auf erwartet: gute Noten, Erfolg im Sport und im Job, dazu tolle Eltern sein. Kommt dir das Leben wie eine Pflicht vor?
Wenn du nach dem Lesen der Überschrift einen Fehler entdeckt hast, dann findest du dich wohl eher in diesem Motivationsspruch wieder: „Wenn du nicht mehr kannst, gib noch mehr Gas.“ Der Mensch (Homo sapiens) ist von Natur aus ein faules Wesen, und die Grundpfeiler seines Überlebens sind Essen, Schlaf und Fortpflanzung. Der moderne Mensch ist jedoch ein erfindungsreiches Wesen – Beweis dafür ist, dass er künstliche Intelligenz erschafft, die für ihn denkt. Ein so bemerkenswerter Fortschritt hat das Lebenstempo in die Höhe getrieben. Täglich hören wir Klagen wie „Ich habe keine Zeit“ oder „Ich bin ausgebrannt“. Stress ist längst keine Ausnahme mehr, ganz im Gegenteil: Er gehört zum Alltag. Leistung wird von uns von klein auf erwartet. Gute Ergebnisse in der Schule und im Sport, Erfolg im Beruf und dazu ein großartiger Elternteil sein. Kommt dir das Leben wie eine reine Pflichtaufgabe vor?
Ja. Wir alle leben so. Deshalb ist es Zeit, sich bewusst zu machen: Wenn wir nicht mehr können, ist der Moment gekommen, langsamer zu machen und uns auszuruhen. Wie geht das? Wir geben dir 3 Tipps, wie du dir helfen kannst, wenn du die Nase voll hast.
Plane Zeit für dich ein
Wenn dein Kalender von Montag bis Sonntag wie eine Runde Tetris aussieht, machst du vielleicht einfach zu viel. „Busy“ zu sein ist nicht mehr trendy. Ganz im Gegenteil: Wenn wir ständig etwas tun und keine Zeit haben, einmal mit uns selbst zu sitzen und darüber nachzudenken, was wichtig ist, was uns Freude macht und was wir eigentlich gerne tun würden – dann stellen wir irgendwann fest, dass wir alles machen und gleichzeitig nichts wirklich präsent erleben.
Plane dir jede Woche regelmäßig Zeit für dich in den Kalender ein – einen bewusst freien Platz.
Zum Beispiel am Dienstag von 17:00 bis 19:00 Uhr: Plane nicht, was du in dieser Zeit machst, überlass es dem Zufall. Vielleicht hast du gerade Lust, schwimmen zu gehen, oder du landest auf einer Wiese mit Blick über deine Stadt.
Beobachte, wie Stress auf dich wirkt
Du bist im Laufe des Tages angespannt, merkst es an schnellerem Atem, verspannten Rücken- und Nackenmuskeln oder einem zusammengebissenen Kiefer? Gut möglich, dass es dir gerade zu viel ist. Das kannst du nicht ändern – aber du kannst ändern, wie du auf Stress reagierst.
Kannst du dir 5 Minuten Pause für einen Spaziergang nehmen? Super. Einatmen und ausatmen, spüre, wie du atmest – und versuche, deinen Atem zu verlangsamen. Schon bald wird auch die Welt um dich herum langsamer.
Sprich liebevoll mit dir selbst
Das schnelle Lebenstempo und die Tendenz, sich in der Arbeit, im Sport oder in den sozialen Medien zu vergleichen, drängt uns in das Gefühl, nicht „genug“ zu sein. Nicht gut genug, nicht erfolgreich genug, nicht besonders genug. Davon überzeugen wir eher uns selbst als unser Umfeld. Wenn du das nächste Mal das Gefühl hast, nicht genug zu sein, stell dir die Frage: „Was ist mir gelungen?“ – und vielleicht machst du genau das, was nicht geklappt hat, beim nächsten Mal besser.
Der innere Dialog ist oft sehr kritisch. Dabei ist es ganz einfach: Stell dir vor, du willst ein kleines Kind loben – das machst du mit Liebe. Mit genau derselben Liebe kannst du auch mit dir selbst sprechen.


