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Team VoxbergTraining

Mythen über die Technik beim Training und Sport

Warum Knie über die Zehen dürfen, wie Kreuzheben richtig geht, warum Schulter- und Sprunggelenksmobilität zählt und was ungleiche Beinlängen bedeuten.

Beim Besuch im Fitnessstudio oder bei der Suche nach Informationen im Internet stoßen wir oft auf unterschiedliche Meinungen dazu, wie man „richtig trainiert“, was die „richtige Technik“ oder die „beste Übung“ ist. Dieser Artikel hilft dir, dich in der Informationsflut zurechtzufinden und das Wissen effektiv in deinen Trainingsplan und deine Bewegungspraxis zu übertragen.

Mythos 1: Die Knie dürfen nicht über die Zehen hinausgehen

Räumen wir mit diesem Mythos ein für alle Mal auf. Beim Treppensteigen oder beim Badminton mit Freunden im Sommer wandert das Knie oft weit über die Zehenspitze hinaus. Es ist daher enorm wichtig, genau diese Position zu üben. Wenn dir eine tiefe Kniebeuge schwerfällt, beginne mit einer halben Kniebeuge und arbeite dich Schritt für Schritt zu einer bequemen vollen Kniebeuge vor, zuerst bis parallel zum Boden und dann noch tiefer.

Mythos 2: Kreuzheben macht man mit geradem Rücken

Beim Aufheben von Gegenständen vom Boden, etwa dem Schlüssel, oder beim Herausheben eines Kindes aus dem Autositz lässt sich nicht immer ein völlig gerader Rücken halten. Es ist ganz normal, dass sich die Wirbelsäule in bestimmten Segmenten beugt. Natürlich empfehlen wir nicht, beim Kreuzheben Maximalgewichte mit einer zum „C“ gebogenen Wirbelsäule zu heben. Verschiedene Rumpfpositionen zu trainieren und einzelne Segmente der Wirbelsäule beim Heben zu belasten, kann jedoch ein hervorragendes Training für den Alltag sein.

Mythos 3: Aufrecht bin ich, wenn ich die Schulterblätter zusammenziehe

Schulter und Schulterblatt, also der Schultergürtel, können beste oder schlechteste Freunde sein. Das Zusammenspiel ihrer Bewegungen sorgt dafür, dass wir verschiedene Bewegungen mit dem Rumpf ausführen können, etwa Vorbeugen, Aufrichten oder Zurücklehnen. Deshalb ist es wichtig, all diese Bewegungen zu trainieren und sich nicht nur darauf zu konzentrieren, die Schulterblätter zusammenzuziehen.

Mythos 4: Ich kann keine Kniebeuge machen, weil meine Sprunggelenke steif sind

In der klinischen Praxis habe ich als Physiotherapeut festgestellt, dass Probleme mit der Kniebeuge nicht nur an einer eingeschränkten Beweglichkeit im Sprunggelenk liegen müssen. Die Bewegung läuft in einer Kette ab, die Sprunggelenk, Knie, Hüfte, Becken und Rumpf umfasst. Es ist wichtig, einfachere Varianten der Kniebeuge zu trainieren und sich am Anfang mit Übungen wie dem statischen Ausfallschritt oder dem Goblet Squat (Kniebeuge mit einem Gewicht vor dem Körper) zu helfen.

Mythos 5: Ein Bein ist bei mir kürzer als das andere

Eine tatsächliche Diagnose ungleicher Beinlängen ist relativ selten. Eine schiefe Beckenstellung, wie wir sie bei Eishockeyspielern oder bei Menschen sehen, die überwiegend auf einem Bein stehen, kann den Eindruck erwecken, dass ein Bein kürzer ist als das andere. Das kannst du ganz einfach testen, indem du dich vor dem Spiegel auf ein Bein stellst und die Position deines Beckens beobachtest. Das Becken kann auf einem Bein stärker kippen als auf dem anderen, was auf die Dominanz eines Beins beim Gehen hindeutet und darauf, dass du dich auf ein ausgewogenes Bein- und Rumpftraining für beide Seiten konzentrieren solltest.

Fazit

Mit diesem Artikel wollen wir die Individualität jedes Menschen betonen. Es gibt keinen eindeutigen Beleg dafür, dass die genannten Mythen Schmerzen verursachen oder ein erhöhtes Verletzungsrisiko darstellen. Wenn du beim Training jedoch Schmerzen spürst oder Zweifel hast, empfehlen wir dir, eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten zu konsultieren. Ein individueller Ansatz und fachkundiger Rat helfen dir, bessere Ergebnisse ohne unnötiges Verletzungsrisiko zu erzielen.