
Wie Sport Stress abbaut
Ein Gym-Besuch oder jede andere Bewegung tut nicht nur dem Körper gut, sondern auch deinem Kopf. Gesunder Geist im gesunden Körper – so die Wissenschaft.
Kennst du dieses Gefühl, wenn du dein Training hinter dir hast und – obwohl du am Anfang überhaupt keine Lust hattest – plötzlich in Euphorie bist und dir sogar das kühlere Wasser in der Dusche nicht so viel ausmacht wie sonst? Woran liegt das? Die Wissenschaft hat sich Training von vielen Seiten angeschaut, und heute sprechen wir über die größten Benefits, die du nicht auf der Waage ablesen kannst.
Ein Ausflug in die Urzeit
Eine wissenschaftliche Arbeit besagt, dass aerobe Bewegung, zum Beispiel Joggen, Schwimmen, Radfahren, aber auch Spazierengehen, Gartenarbeit oder Tanzen, nachweislich Angst und Depressionen verringert. Man geht davon aus, dass diese Stimmungsverbesserungen darauf zurückgehen, dass Bewegung die Blutzirkulation im Gehirn erhöht und damit die physiologische Stressreaktion beeinflusst. Anders und sehr vereinfacht gesagt: Bring dein Blut in Wallung und es geht dir besser.
Wenn wir uns einige Tausend Jahre zurückteleportieren, treffen wir auf die Vorfahren des Menschen, die es gewohnt waren, stundenlang auf Nahrungssuche zu laufen oder später ihre Felder zu bearbeiten, um im Winter nicht zu verhungern. Unser Gehirn ist auf Bewegung programmiert – und was unseren Körper am meisten zermürbt, ist genau die Untätigkeit.
Wem nützt Bewegung? Jedem.
Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben bestätigt, dass Bewegung Symptome von Angst, Depression und schlechter Stimmung reduziert und Selbstvertrauen sowie kognitive Funktionen verbessert.
Interessante Ergebnisse zeigte Bewegung bei Patienten mit Schizophrenie. Diese Menschen neigen ohnehin stärker zu Übergewicht, und zusätzlich droht ihnen eine Gewichtszunahme im Zusammenhang mit ihrer Behandlung.
Patienten mit Schizophrenie, die an einem dreimonatigen Fitnessprogramm teilnahmen, zeigten Verbesserungen bei der Gewichtskontrolle und berichteten über ein höheres Fitnessniveau, eine bessere Belastungstoleranz, niedrigere Blutdruckwerte, mehr wahrgenommene Energie sowie mehr Kraft im Oberkörper und in den Armen.
Natur auf Rezept
In Japan ist es bereits gängige Praxis, dass dir der Arzt einen Aufenthalt in der Natur verschreibt – und vor allem jede Form von Bewegung. Eingesperrt in Käfigen aus Stahl und Beton verlieren wir den Kontakt zur Natur, die unser Gehirn und unser Körper so dringend brauchen. Zu den gesundheitlichen Vorteilen regelmäßiger Bewegung oder regelmäßigen Trainings, die jede Fachperson für psychische Gesundheit ihren Patienten nahelegen sollte, gehören:
- Besserer Schlaf
- Mehr Lust auf Sex
- Bessere Ausdauer
- Stressabbau
- Bessere Stimmung
- Mehr Energie und Belastbarkeit
- Weniger Müdigkeit, was die geistige Wachheit steigern kann
- Gewichtsabnahme
- Niedrigere Cholesterinwerte und bessere kardiovaskuläre Fitness
Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit, mehrmals pro Woche Eisen zu heben. Gute Nachrichten!
Dreißig Minuten Bewegung mit mittlerer Intensität, zum Beispiel schnelles Gehen, sollten ausreichen, um diese gesundheitlichen Benefits zu erzielen. Und diese 30 Minuten müssen nicht einmal zusammenhängend sein: Drei Spaziergänge von je 10 Minuten gelten als genauso wirksam wie ein Spaziergang von 30 Minuten.
Wenn es dir gerade gut geht, geh trainieren oder spazieren. Wenn es dir schlechter geht, … geh trainieren oder spazieren. :)
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